Anbau & ErnteFortgeschritten8 Min 3 QuellenAktualisiert: 2026-08-03
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Cal-Mag-Supplementierung bei Cannabis richtig einsetzen

Nicht jedes Setup braucht Cal-Mag — aber bei Umkehrosmose- oder Coco-Substrat ist ein Zusatz fast immer nötig. So erkennst du den echten Bedarf und dosierst korrekt, statt pauschal zu supplementieren.

Ziel-Mg in Lösung

50–70 mg/L

Ziel Ca:Mg-Verhältnis

≈ 3:1 bis 4:1

Braucht meist Cal-Mag

RO-Wasser, Coco-Substrat

Braucht meist kein Cal-Mag

Hartes Leitungswasser

Kernpunkte

  • Der Bedarf an Cal-Mag hängt primär von der Wasserquelle ab: Umkehrosmose- und Weichwasser enthalten praktisch kein Ca/Mg, hartes Leitungswasser oft schon ausreichend.
  • Coco-Substrat bindet Ca²⁺ und Mg²⁺ bevorzugt an seiner Kationenaustauschoberfläche gegenüber K⁺ — ein routinemäßiger Cal-Mag-Zusatz ist dort auch bei ausreichender Wasserquelle oft sinnvoll.
  • Pauschale, unnötige Cal-Mag-Gabe bei bereits hartem Wasser kann das Ca:Mg-Verhältnis verschieben und selbst einen Antagonismus auslösen.

Hinweis

  • Cal-Mag-Zusatz bei bereits hartem Leitungswasser ohne vorherige Wasseranalyse kann das Ca:Mg-Verhältnis unnötig verschieben und einen neuen Antagonismus auslösen.
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Definition und Einordnung

Cal-Mag-Supplementierung bezeichnet die gezielte Ergänzung von Calcium und Magnesium zur Nährlösung, meist als Reaktion auf eine Wasserquelle oder ein Substrat, das diese Ionen nicht ausreichend bereitstellt.

Der tatsächliche Bedarf ist stark wasserquellen- und substratabhängig — pauschale Cal-Mag-Gabe ohne diese Einordnung führt teils zu unnötiger Überdosierung.

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Wissenschaftlicher Hintergrund

Umkehrosmose-Wasser entfernt praktisch alle gelösten Mineralien, einschließlich Ca²⁺ und Mg²⁺ — ohne Zusatz fehlt der Pflanze eine zentrale Ionenquelle für Zellwandstabilität (Ca) und Chlorophyllsynthese (Mg).

Coco-Substrat besitzt eine relevante Kationenaustauschkapazität, bindet dabei aber Ca²⁺ und Mg²⁺ bevorzugt gegenüber K⁺ an seinen Fasern — das reduziert die effektiv pflanzenverfügbare Menge, selbst wenn genug Ca/Mg zugeführt wurde.

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Wann Cal-Mag wirklich nötig ist

Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser: Cal-Mag-Zusatz ist praktisch Pflicht, da diese Wasserquellen kein nennenswertes Ca/Mg enthalten.

Coco-Substrat: routinemäßiger Zusatz ist auch bei mittelhartem Wasser meist sinnvoll, wegen der bevorzugten Bindung von Ca/Mg an der Substratoberfläche.

Hartes Leitungswasser in Erde: Cal-Mag ist meist NICHT nötig, da das Wasser bereits ausreichend Ca/Mg mitbringt — zusätzliche Gabe kann das Verhältnis unnötig verschieben.

Checkliste

  • Wasserquelle (RO, Leitungswasser, Brunnenwasser) und deren Härte kennen, bevor supplementiert wird
  • Substrat (Coco vs. Erde) bei der Bedarfsentscheidung mitdenken
  • Ca:Mg-Verhältnis der Gesamtrezeptur prüfen, nicht nur die absolute Menge
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Diagnose: Cal-Mag-Bedarf erkennen

Frühzeichen für unzureichende Ca/Mg-Versorgung: interveinale Chlorose an älteren Blättern (Mg) oder Wachstumsdeformationen an jungen Trieben (Ca) trotz augenscheinlich vollständigem Düngeprogramm.

Bei RO-Wasser oder Coco-Substrat ohne bisherigen Cal-Mag-Zusatz sind diese Symptome ein starker Hinweis auf echten strukturellen Mangel, nicht auf eine Blockade.

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Dosierung und Korrektur

Zielwert für Magnesium in der fertigen Nährlösung: etwa 50–70 mg/L, abgestimmt auf die übrige Düngerrezeptur.

Ca:Mg-Verhältnis auf etwa 3:1 bis 4:1 einstellen — ein starkes Ungleichgewicht in beide Richtungen kann die Aufnahme des jeweils anderen Ions hemmen.

Nach dem Zusatz die Gesamt-EC neu kontrollieren, da Cal-Mag-Produkte die Leitfähigkeit der Lösung mit erhöhen.

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Häufige Fehler

Cal-Mag pauschal bei jedem Setup zusetzen, auch bei bereits hartem Leitungswasser mit ausreichend Ca/Mg.

Cal-Mag als Reaktion auf jedes Mangelbild geben, ohne vorher pH und Kationenverhältnisse zu prüfen — viele scheinbare Mg-Mängel sind pH-Blockaden, keine echten Defizite.

Bei Coco-Substrat gar keinen Cal-Mag-Zusatz einplanen, weil das Wasser 'eigentlich hart genug' erscheint, ohne die substratbedingte Bindung zu berücksichtigen.

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Fortgeschrittene Überlegungen

In rezirkulierenden Hydro-Systemen kann sich das Ca:Mg-Verhältnis über mehrere Zyklen verschieben, wenn ein Ion schneller aufgenommen wird als das andere — periodische Kontrolle und Reservoir-Reset gleichen das aus.

Manche Cal-Mag-Produkte enthalten zusätzlich Eisen oder andere Mikronährstoffe — die Gesamtrezeptur sollte darauf abgestimmt werden, um Doppeldosierungen zu vermeiden.

Häufige Fragen

Brauche ich bei Leitungswasser überhaupt Cal-Mag?
Meist nicht, wenn das Wasser mittelhart bis hart ist — es enthält dann bereits ausreichend Ca/Mg. Eine einfache Wasserhärte-Prüfung schafft hier Klarheit, bevor pauschal zugesetzt wird.
Kann zu viel Cal-Mag schaden?
Ja. Ein zu stark verschobenes Ca:Mg-Verhältnis kann die Aufnahme des jeweils anderen Ions hemmen und zusätzlich die Gesamt-EC unnötig erhöhen.
Warum brauche ich in Coco Cal-Mag, obwohl mein Wasser hart ist?
Weil Coco-Substrat Calcium und Magnesium an seiner Faseroberfläche bindet und dadurch weniger davon tatsächlich an der Wurzel ankommt, selbst wenn das Ausgangswasser ausreichend Ca/Mg enthält.
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